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RdV-Expedition 2016

Submitted by on Montag, 7 November 2016No Comment

rdv_2016Man darf sich nicht auf seinen Lorbeeren ausruhen, sondern muss beharrlich an ihrer Vermehrung arbeiten. Das ist uns auch 2016 wieder toll gelungen beim 8. Besuch der Rallye des vendanges unserer französischen Freunde in Dijon. War es in den vergangenen Jahres immer mal wieder passiert, dass wir vom „rechten Weg abkamen“ oder den Saal für die Verpflegung nicht fanden, obwohl wir direkt nebendran standen, so toppten wir all dies 2016 dadurch, dass wir uns gleichzeitig mit zwei Teams verirrten, sozusagen stereo. Unser Expeditionskorps, bestehend aus Ulla, Jimi, Hajo, Andreas, Frank und dem Autoren dieses Dokuments. Der abermalige Triumpf des beherzten Drauflosfahrens über die rein kopfgesteuerte Parcoursfahrerei nahm bereits nach zwei Dutzend Kilometern seinen Lauf, als sich die Gruppe teilte in das ehrgeizzerfressene 150-Kilometer-Duo Frank / Jo sowie die Savoir-Vivre-Gruppe Ulla, Jimi und Andreas (den gewohnheitsmäßig versprengten Langschläfer Hajo außen vorlassend).

Wann genau der Parcours anders wollte als wir, kann im Einzelnen nicht mehr ermittelt werden. Zwar wunderten sich Frank und Jo darüber, dass Ihnen zwischen Kilometer 30 und 40 erstaunlich viele Radler entgegenkamen, aber die pinkfarbenen Streckenpfeile der Rallye sprachen klar dafür, dass die Richtung stimmte. Eine böse Ahnung beschlich Jo, als man sich bereits auf der rasanten Abfahrt nach Nuits St. Georges befand, die er – im Gegensatz zu Frank – dann auch nicht mehr in vollen Zügen genießen konnte. Denn üblicherweise liegt Nuits auf dem allerletzten Teilstück der Rallye und nicht schon vor der ersten Verpflegungskontrolle, die im Übrigen längst überfällig war. Unten angekommen berichtete er Frank von seinem Verdacht. Nach ausgiebigem Studium von Karten und Marschtabelle war klar, dass sie die Abfahrt an diesem Tag ein zweites Mal genießen würden – nachdem sie die ziemlich beachtliche Côte de Nuits jedoch zunächst wieder erklimmen mussten. Nach einiger Zeit hatten sie dann tatsächlich die erste Verpflegungskontrolle gefunden und waren ein wenig überrascht, dass auch die orientalische Savoir-Vivre-Gruppe noch nicht eingetroffen war.

Da hätten die beiden noch lange warten können, denn die erwähnten drei Kraft-durch-Freude-Helden waren offenbar vom tollen Wetter und den Schönheiten der Landschaft so betört, dass sie ihre eigene Rallye fuhren, nur rudimentär beseelt von dem Gedanken, irgendwann und irgendwie, aber auf jeden Fall rechtzeitig, noch den Weg zu Mittagessen zu finden. Das Wunder geschah, sie erreichten die Verpflegungsstelle nach rund 80 Kilometern, wo sie normalerweise bereits nach 40 hätten sein müssen, aber egal, alles gut, das Menü wartete, der Kokowää, der Käse, der Kuchen, der Wein, der Kaffee.

Die Hoffnung, dass der Küchenchef noch nicht nach Hause gegangen wäre, erfüllte auch Frank und Jo. Klar war aber: Das wird knapp, denn für die 27 Kilometer von der vorletzten Kontrolle zum Mittagessen blieb nur noch ein Stunde. Zero problème für Frank, aber der Ich-Erzähler musste ob der Höhenmeterchen, die die Streckplaner noch in den Weg gestellt hatten, ganz schön klemmen. Eine Minute vor Küchenschluss bremste das Duo infernale schließlich am Ort des Genusses, fröhlich begrüßt von der Savoire-Vivre-Gruppe, die sich nun – völlig zu Recht übrigens – ergänzt hatte um Hajo. Die vier hatten sich natürlich die Wampe schon voll geschlagen und hielten ihr Verdauungs-Nickerchen auf dem Rasen vor der Mensa.

Der Rest ist schnell erzählt: Die Savoir-vivre-Band mäanderte allmählich Richtung Dijon, während Frank und Jo sich noch am Menü labten und sich dann zum zweiten Mal die Abfahrt nach Nuits St. Georges hinunterstürzten. Schließlich fanden sich alle zur traditionellen Schlussfete im Hof vor dem Clubhaus von CSC Dijon. Mittlerweile kennen wir echt viele Mitglieder dieses unglaublich sympatischen Vereins und so ziemlich jedes einzelne dieser Mitglieder kam zum einem kleinen Schwätzchen und einem Bierchen vorbei. Dann gab es den offiziellen Ehrentrunk, ein paar Häppchen und wieder Mal den vielumjubelten Pokal, diesmal vermutlich für die Gruppe mit der in der Summe höchsten Streckenabweichung.

Am Abend trafen wir uns noch mit einigen unserer Freunde aus Dijon in einer gemütlichen Brasserie in der Nähe des Palais des Duc und trennte sich schließlich in dem sicheren Gefühl, sich im kommenden Jahr wieder zu sehen.

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