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Werner + Reinhard auf Augenhöhe mit der Weltelite

Submitted by on Sonntag, 18 Oktober 2009No Comment
Reinhard auf dem Treppchen

Reinhard auf dem Treppchen

Werner und Reinhard auf den vorderen Plätzen bei der Dolomiten Rundfahrt, Tour de Hesselberg , Kirrlach, Weltradsportwoche in Deutschlandsberg und bei den Senioren Weltmeisterschaften in St. Johann.

Die beiden Fahrer hatten sich für August ein umfangreiches Programm vorgenommen und zeigten, Seniorenfahrer Werner Nesselhauf  und Reinhard Becker, dass sie auf Augenhöhe mit der Weltelite in der Spitze sehr gut mithalten können. Die spannenden Details findet ihr in Reinhards folgendem Rennbericht.

Dolomiten-Rundfahrt

Eine Rundfahrt durch die Dolomiten stand als erstes auf meinem Programm. 700 km mit 12000 Hm waren in 7 Tagen inkl. einem Ruhetag vom 26.7 bis 1.8.2009 zu bewältigen. Täglich wurde eine Bergwertung ausgetragen die Summe aller Bergrennen ergab die Platzierung nach Altersklasse. Ein Blick in die Starterliste: Über 600 Starter, alleine schon 70 Starter in meiner Klasse . Ich war mit dem Team-Niddataler unterwegs  und fest entschlossen,  zu einer guten Teamwertung beizutragen.

Erster Tag: 143km, 2000 Hm, Bergrennen hoch zum Penser-Joch . Nach  alter Sitte, zuerst mal schauen wie es läuft und dann steigern, wenn es noch geht. Platz 12 in der Altersklasse, neun Fahrer innerhalb 3 Minuten . Da geht noch was.

Zweiter Tag: 102km,  2000 Hm. Zuerst mal von 300 auf 1300 Meter einrollen, und dann Zeitmessung 13 km ,1000 Hm über das Lavze-Joch, macht einen wahnsinnigen Spaß, die Beine spüre ich schon lang nicht mehr, raus kam Platz 7 in der Alterswertung.

Dritter Tag : Sella Ronda 154 km, 3500 Hm, Grödner-Joch Campalongo-Pass, Bergrennen hoch zum Pordoi-Joch und – als ob es noch nicht genug wäre – hoch zum Sella-Joch. Platz 4 in der Tageswertung und Platz 6 in der Gesamtwertung der Ak. Jetzt muss ich mir mal die Rückennummern der vor mir Liegenden merken. Vielleicht geht noch mehr.  Meine Mitstreiter aus der VO-Samstagsrunde, Gerhard und Andre, sowie alle anderen Teamfahrer sind auch gut drauf und wir schauen schon mal vor dem Ruhetag auf die Teamwertung.

Vierter Tag Ruhtag:   50 km locker, damit die Beine nicht einschlafen.

Fünfter Tag : Ab mit dem Auto gegen Süden . Cavalese ist heute unser Startort. Die Ecke kannte ich zwar vom Wandern, doch der Passo Manghen sagte mir gar nichts.

Er sollte 19 km lang sein, im Durchschnitt 7,5 % , Rampen mit 15 % und 1500 Hm. Ob da gegen die kleinen Italiener etwas zu machen ist ?  Die Anfahrt zum Pass ist herrlich, viele kleine Thermen in wunderschöner Bergkulisse und ich mitten in der Spitzengruppe meiner Altersklasse. Auf den ersten Höhenmeter bleiben alle zusammen, doch bei der ersten Rampe ziehen drei kleine Italiener an. Absolut am Anschlag gelang es mir, dran zu bleiben. Nach der Rampe lässt ein Fahrer abreisen, womit ich war auf Platz 3 liege. Jetzt nur noch durchhalten. An der nächsten Rampe kann ich das Tempo nicht mitgehen und muss die Zwei ziehen lassen. 2km vor dem Ziel holt mich der Abgehängte wieder ein und klemmt sich an mein Hinterrad Einen Km vor dem Ziel kommen zu meinem Glück zwei jüngere Fahrer aus unserem Team von hinten angeflogen. Der kleine Italiener fährt sofort mit. Meinen dritten Platz in der Tageswertung sehe ich schon schwinden. Mit allem was ich noch zu geben habe, setze ich nach, fahre wieder auf Platz drei und lasse mich von den Jungs über die Kuppe ziehen. Zur Überraschung war meine Lady uns von der andern Seite mit dem Rad entgegen gekommen und feuert uns die letzten Meter an. Schwarz aber zufrieden, in der Tageswertung auf Platz 3 und in der Gesamtwertung auf Platz 4.

Sechster und Siebter Tag: In der Teamwertung liegen wir in der Zwischenzeit auf dem  zweiten Platz und ich will meinen vierten Gesamtrang in der Ak nicht mehr abgeben. Die beiden Etappen sind mit je 80 und 65 km kurz, aber mit heftigen Steigungen bestückt. Zwei Bergzeitfahren mit jeweils 10 Km und 1000Hm mit bis zu 18 % Anstieg stehen auf dem Programm. Die beiden Führenden setzen sich jeweils zum Beginn der Zeitnahmen ab. Mit gebührendem Abstand kann ich folgen. Der Drittplatzierte versucht nur noch am letzten Tag in der Tageswertung auf Platz 3 zu kommen. Doch Dank einem 27er und mit Compact Kurbel gelingt mir die Abwehr des Angriffs.

Fazit: Platz 4 in der Gesamtwertung meiner ersten Rundfahrt und ein herrliches Erlebnis. Mit einem riesigen Speck, Käse und Sekt als Prämie machte ich die Zusage in 2010 wieder zukommen. Reinhard , noch wenige Meter bis ins Ziel

Werner fuhr am 2.8.2009 ein Kriterium in Kirrlach. Im Fahrerfeld  mit Fahrern die fast  15 Jahre jünger sind konnte er sich durchsetzen und auf Platz drei fahren. Das war schon mal ein guter Formtest für Deutschlandsberg und die WM in St.Johann30.09.200930. September 2009.

Für uns ging es am darauf folgenden Wochenende gleich wieder zur Sache.

Nachdem Werner den Start in Bad – Krotzingen (siehe Bericht Auf und Ab Bad Krotzinger Radsport-Woche)vorgezogen hatte entschied ich mich für die Tour de Hesselberg, ein Etappenrennen über zwei Tage mit drei Rennen. Das Rennen ist als Jedermann – Rennen ausgeschrieben und es darf bis zur Elite Klasse  C  mit Lizenz gestartet werden. Beim Zeitfahren am Samstag den 8.8.2009 konnte ich Platz 2 erreichen und war zuversichtlich für das Bergrennen am Abend des gleichen Tages. Nur nicht überziehen war das Motto, denn es stand am nächsten Tag noch eine Etappe von 102 km auf dem Programm. Platz 5 in der Alterswertung Sen 3 war in Ordnung für ein Bergrennen und ein guter Ausgangspunkt für die Gesamtwertung.

Sonntag 9.8.2009 Das Straßenrennen mit Bergankunft war heftig für uns Alte. Die jungen Fahrer machten das Rennen schnell und nach 80km waren wir nur noch mit fünf Seniorenfahrern im Vorderfeld. Gleich zu Beginn des Schluss-Anstieges konnte sich Jens Weißflog von unserem Senioren Grüppchen leicht absetzen und ereichte als erster das Ziel. Ich erreichte nach 2:28:27 h, das Ziel auf Platz 2 und sicherte mir damit auch Platz 2 in der Gesamtwertung in der AK.

Welt-Radsportwoche

Ab 15 .8.2009 nehmen ca. 2000 Radsportler- innen aus über 30 verschiedenen Nationen an den verschiedenen Rennen im Rahmen der Weltradsportwoche teil. Insgesamt gehen während dieser Woche an die 120 Radrennen (25 verschiedene Kategorien) über die Bühne. Werner fuhr auf Gesamtergebnis und musste hierdurch an allen Rennen teilnehmen.

Beim Kriterium am ersten Tag errang er gleich Platz 2. Und wenn Werner schon mal in der schönen Steiermark ist, dann fährt er auch noch Paarzeitfahren, es gehört zwar nicht zur Wertung aber die Chancen standen gut. Sein ehemaliger Partner mit welchem er das Zeitfahren mehrmals gewann, fährt keine Rennen mehr und somit ging er mit dem österreichischen Meister und Weltspitzenfahrer Anton Gierer an den Start. Anton hatte nicht seinen  allerbesten Tag aber es reichte für Platz 5 mit nur 30sec Rückstand auf das Siegerpaar.

Am nächsten Tag Straßenrennen: 22 Fahrer setzten sich ab und es kam zur Sprintankunft. W.Pauli mittlerweile der stärkste Konkurrent von Werner gewann den Sprint vor Werner.

Am folgenden Tag war für ihn Ruhetag. Ich hatte mir aus dieser Radsportwoche nur drei Rennen ausgesucht und konnte beim 70km Straßenrennen starten. Das Ziel liegt bei diesem Rennen auf einem Berg. Im International besetztem Feld, vor allem die  Russen und Tschechen fahren hier stark, konnte ich mich noch bis zur ersten Steigung in der Spitze halten . In der Zweiten musste ich abreisen lassen, kam aber mit  einer Gruppe vor dem Hauptfeld über den Berg. Bei der Abfahrt riskierte ich einiges und wir fuhren wieder zur Spitzengruppe. Beim Zusammenschluss setzen sich 4 Fahrer ab, welche wir leider nicht mehr einholten. Ich war mit Platz 9 als zweitbester Deutscher mehr als zufrieden.

Werner musste am nächsten Tag beim Sprint ran, 1000m antreten, Roter Bereich und bremsen. Platz 8 . Alles im grünen Bereich für einen guten Platz in der Gesamtwertung.

Nächster Tag: Berg-Rennen, wir durften beide starten. Beim Bergrennen zählt nicht viel Taktik. In Deutschlandsberg fährt man ca. 1km flach, dann 500 m bergab, und dann 1,5 km Schmerzberg. Konnte mich vorne einordnen und die Jungs mit den dicken Schenkeln zogen heftig am Horn. Zu Beginn des Anstieges ungefähr Platz 12, damit war ich nicht zufrieden, aber das Steilstück von 18 % lag noch vor uns, nur gleichmäßig durchfahren und nicht explodieren. Noch 500m nur noch Gewürge, und wieder Dank der Compact-Kurbel Platz 6, der Sieger war 40 sec.schneller. Ich wollte einfach nur noch zufrieden auf dem Boden sitzen.

Meine Frau holte mich dann wieder in den Normal –Zustand “ Steh auf wenn Du Werner sehen möchtest“  Für Werner wurde es besonders schwer, „…die Berge tun mir immer mehr weh“, Originalton Werner, doch er holte alles raus und wurde mit nur knapp 20 sec Rückstand 5ter. Jetzt schon mit Blickrichtung auf das Treppchen in der Gesamtwertung.

21.8. Straßenrennen, wie gut hat sich Werner vom Bergrennen erholt? Die Sorge war unnötig, in gewohnter Manier, immer schön vorne mit dabei und dann im Sprint auf Platz 2 fahren. Der Sieger W. Pauli hatte in dieser Woche einfach eine Super Form und war nicht zu besiegen.

Ich durfte Pause machen und sah mir mit meiner Lady die wunderschöne Steiermark an. Vor allem den saueren Schilcher (Wein) und die gute Kürbis-Variationen in den Buschen-Schänken muss man genossen haben. Wir hatten ein altes Holzhaus hoch über Deutschlandsberg bezogen und ließen mal wieder die Seele baumeln und planten die nächsten Rennen.

Als letzter Wettbewerb stand das Zeitfahren an . Werner brauchte noch eine gute Platzierung und der zweite Platz in der Gesamtwertung war ihm fast schon sicher. Es war der Tag seines Zeitfahr-Partners  Anton Gierer, mit 40 sec. Vorsprung auf Platz 2 und mit mehr als einer Minute auf Werner gewann er das Zeitfahren. Doch das gute Abschneiden von Werner bei allen Rennen sicherte ihm Platz 2 in der Gesamtwertung – Super!

Jetzt war die Reihe an mir und ich wollte wissen, ob es im Zeitfahren bei dieser starken internationalen Konkurrenz für einen Platz unter die ersten 10 reicht. Auch bei den Senioren dominieren Zeitfahr-Maschinen und Scheiben-Räder. Dank Cannondale und Fa.Wein errang ich Platz 8.

Senioren-Weltmeisterschaft

Quer durch die Alpen ging es nun nach St Johann zur Senioren Weltmeisterschaft. Mittlerweile sieht man dort fast die gleichen Gesichter wie in der Steiermark.  Werner hatte gute Chancen auf vordere Plätze, für mich war das Ziel, ein besseres Zeitfahren als 2006 hinzulegen und beim Straßenrennen sturzfrei anzukommen.

Das Zeitfahren lief bei Werner nicht optimal und es zeigte sich, dass die Rennsportwoche in Deutschlandsberg viele Körner gekostet hatte. Von der Fahrzeit kann er aber zufrieden sein, seit vier Jahren fährt er konstant gute Zeiten. 2006 29.52 Min.  2007 29:18 Min 2009 29:55 Min. Platz 12 ist  immer noch Weltspitze.

Ich war mit dem Zeitfahren zufrieden. Platz 26 von 76 Startern, und mit 28:10 Min. meine persönliche Bestzeit um 19 sec. verbessert. Mehr ging nicht.

Beim Straßenrennen merkte ich dass die Akkus langsam leer wurden. Es sind zwei Runden zu a 40 km zu fahren. Bei der ersten Runde kam ich im Vorderfeld über die berüchtigte Huberhöhe. Das Feld zerfiel und ich konnte mich in der ersten Gruppe mit ca. 40 Fahrern festsetzen. Trotz der Steigung ist der Kurs mehr für die Sprinter ausgelegt, also bestand meine Chance darin, mit einer kleinen Gruppe weg zu kommen. Nach der Abfahrt ging ich jeden Ausreisversuch mit, doch vor dem Anstieg wurden wir wieder aufgerollt. Am Ende der Steigung gingen bei mir die Lichter aus. 25 Mann fuhren weg,  alleine zwischen einer größeren Gruppe und dieser Spitzen-Gruppe gab es für mich keine Chance mehr. Gemütlich fuhr ich dann auf einer Abkürzung ins Ziel. Zusammen mit meiner Lady genehmigte ich mir dann gutes Weizenbier und wir freuten uns auf die anstehenden Klettersteige im Val-Gardena.

Werner darf beim Straßenrennen nur eine Runde fahren. Zwei Runden wären ihm lieber, denn viele in seinem Alter halten das Tempo nicht durch. Im Rennen setzte sich ein Fahrer früh ab, während hinten geschlafen wurde. Der Ausreißer wurde nicht mehr aufgeholt und ca. 20 Fahrer kamen im Sprint an. Leider war Werner etwas eingeklemmt, erreichte aber trotzdem einen guten 11ten Platz.

Eine gute Saison 2009 liegt hinter uns. Jetzt gilt es die Beine hoch zu nehmen und den Rennplan für das nächste Jahr zu gestallten. Wenn die Gesundheit mitspielt, sind wir wieder dabei. Vielleicht möchten einige Senioren aus dem Verein im nächsten Jahr auch  Rennluft schnuppern. Werner und ich helfen Euch aufs Rad, denn im Team ist es schöner.

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