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Orient goes Rhön (2005)

Submitted by on Samstag, 9 Juli 2005No Comment

Irgendwo in Mainz im Jahr 2004…

Karl nahm einen tiefen Schluck aus dem vor ihm stehenden Bierkrug und wischte sich lässig den Schaum mit dem Handrücken vom Mund……“….und dann erzählen wir denen, dass es in der Rhön ganz flach ist“. Er grinste. „…und Rückenwind ist sowieso immer…“ setzte Andreas noch einen drauf. Beide brachen in schallendes Gelächter aus.

2. Juni 2005, A 66, Fahrtrichtung Fulda

Wolfgang T. saß am Steuer und konzentrierte sich auf die Fahrbahn, während Sonja daneben saß, vor sich hin döste und hinter halb geschlossenen Augenlidern die Landschaft an sich vorbeiziehen ließ. Ihr Ziel, Bad Brückenau in der Rhön, konnte nicht mehr weit sein. Sie verspürte ein komisches Gefühl in der Magengegend, konnte aber nicht erklären, woher es kam. Während sie an einer riesengroßen, unwirklichen Abbauhalde vorbeifuhren, die sie irgendwie an den Mont Ventoux erinnerte, war sie plötzlich schlagartig hellwach. Natürlich, das war es! Andreas und Karl, die zusammen mit Bärbel die Tour organisiert hatten, hatten doch mit dem treuesten Augenaufschlag erzählt, dass das Profil hier ganz harmlos, quasi eben wäre! Sie erschauerte. Na, das konnte ja eine Tour der Leiden werden…

2. Juni 2005, nachmittags, irgendwo bei Bad Brückenau

Harald und Andreas waren unschlüssig. Irgendwie war ihnen beim letzten 20-prozentigen Anstieg die Orientierung verloren gegangen. Während sie langsam durch einen völlig ausgestorben wirkenden Ort rollten, diskutierten sie, wie sie nun am besten vorgehen sollten.

Da tauchten etwa 200 Meter vor ihnen doch noch zwei menschliche Gestalten auf…Einheimische, hoffentlich. Die mussten ja wissen, wo es lang ging. Also traten sie noch einmal kräftig in die Kurbel. Harald kam als erster vor den beiden Männern zum Stehen:“Grüß Gott. Können Sie uns sagen, wo wir hier sind?“ Einer der beiden schaute zuerst auf das Rad, dann Harald vertrauensvoll in die Augen: „Ei, am Arsch der Welt!“

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2. Juni 2005, Bad Brückenau-Römershag, Hotel Breitenbach

Bärbel und die Hildes saßen an einem Tisch im Biergarten vor unserem Domizil, welches zusätzlich auch ein Kleinkunst-Bühne sein eigen nennt und genossen die letzten wärmenden Sonnenstrahlen. Nebenbei bildeten sie das Empfangskomitee für die Teilnehmer des diesjährigen Vereinsausflugs, die nach und nach eintrudelten und herzlich von den drei Frauen begrüßt wurden. So erfuhren die Neuankömmlinge auch direkt, dass einige Mitstreiter bereits am frühen Nachmittag angereist waren, und so schon die Gelegenheit genutzt hatten, eine erste harmlose Erkundungsfahrt auf dem Rad zu unternehmen.


Das Empfangskomitee

2. Juni 2005, 19.30 Uhr, Biergarten

Mittlerweile hatten sich fast alle Tour-Teilnehmer im Biergarten des Hotels versammelt. Fast, weil Ulla und Jimi noch fehlten. Ulla wurde erst für Freitag Abend erwartet, und Jimi hatte es sich nicht nehmen lassen, die 170 km nach Bad Brückenau komplett auf dem Rad zu bestreiten. Es war ein warmer Abend, und solange es noch hell war, musste man sich keine Sorgen um ihn machen. Insgeheim waren alle Jimi dankbar, dass er den negativen Beigeschmack, den sie alle mitverschuldet hatten, da sie touristenhaft mit dem Auto angereist waren, obwohl es doch so schöne Zugverbindungen gab, so heldenhaft weg radelte.

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Hans-Günther erzählte von der Einrolltour, die er zusammen mit Joachim, Wolfgang W. und Guido am Nachmittag unternommen hatte. Die von Karl und Andreas angekündigten Flachstücke hatten sie allerdings auch verpasst.

Na ja, zum Jammern waren sie ja nicht in die Rhön gekommen, der Abend war noch lang, der Herr des Hauses hatte ein schmackhaftes Nachtmahl bereitet, das nur darauf wartete, vertilgt zu werden. Und außerdem kamen sie so jung und so schön sowieso nicht mehr zusammen…Prost!

Unser Domizil

2. Juni 2005, 21.15 Uhr, Schankstube

Obwohl einige gute Esser unter ihnen waren, hatten sie es nicht geschafft, den riesigen Portionen den Garaus zu machen…außerdem musste ja nun auch langsam  Jimi eintrudeln, der sicher auch einen Bärenhunger mitbrachte. In dem Moment, als Volker einen Blick aus dem Fenster warf, tauchte Jimi schemenhaft in der Dämmerung auf. Endlich! Der eine oder die andere hatte sich doch insgeheim schon Sorgen gemacht. Nach einer erfrischenden Dusche gesellte sich Jimi zwar müde, aber gut gelaunt zu den Anderen in den Schankraum. Die aufmerksame Wirtin, angerührt von der schmalen Gestalt, tischte Jimi Portionen auf, die wohl als Wochenration gereicht hätten und war völlig erschüttert, dass er von den 8 Knödeln, dem Pfund Rotkohl und dem halben Braten noch Reste übrig ließ.

Nach Verteilung der professionell eingeschweißten Etappenpläne durch die Organisatoren ging dann der Abend in Vorfreude auf den kommenden Tag und unter Erzählung diverser großartiger Heldengeschichten zu Ende…

3. Juni 2005, 9.00 Uhr, vor der Garage des Hotels

„Wo ist Volker?“….Nach einem üppigen Frühstück trafen sich alle vor und in der Garage des „Breitenbachschen Hotels“. Die Abfahrt für die heutige Etappe war für 9 Uhr geplant. Überall herrschte geschäftiges Treiben. Allein der Blick in die Garage ließ das Herz eines jeden Radsportbegeisterten höherschlagen: Da standen sie alle, die Rassepferdchen von Look, Giant, Trek, Schmolke, Gios und Principia (ja, es gibt weitere und gute…) und warteten ungeduldig darauf, den heißen Asphalt unter ihren Reifen zu spüren…(an dieser Stelle sind die Emotionen mit der Autorin durchgegangen…)….Abfahrt…aber, da war doch was? Ach ja, wo war Volker? Da kam er aus dem Seiteneingang des Hotels geschlendert, die Rückentaschen seines Trikots unförmig ausgebeult wie der Klöckner von Notre Dame…es stellte sich heraus, dass – während alle anderen Fahrer an jedem Gramm sparten, das mitzunehmen war – Volker bei jeder Etappe immer mehrere komplette Trikotsätze zum zwischenzeitigen Trockenlegen dabei hatte…na ja, jedem sein Handicap!

Nach einem Gruppenfoto gab es ein herzliches „Aufwiedersehen“ und „einen schönen Tag“ mit den Hildes und Bärbel und die erste Etappe mit dem Titel „Einrollen“ wurde gestartet.

3.. Juni 2005, Ortseinfahrt Oberbach

Ortseinfahrt Oberbach (oder so) – nur einige wenige der Fahrer hatten den Starenkasten an der rechten Straßenseite bemerkt und hatten rechtzeitig herunterbremsen können. Der Rest der Gruppe landete vermutlich im Strafregister der örtlichen Polizei. Sie arbeiteten halt mit allen Tricks, um den Orient berühmt zu machen!

3. Juni 2005, Gipfel der Wasserkuppe

Bärbel hatte die Hildes mit dem Auto souverän auf den Gipfel der Wasserkuppe gebracht. Bei Bergankünften war sie in ihrem Element, hatte sie doch bei diversen Radausflügen des Orients das Begleitfahrzeugfahren quasi von der Pieke auf gelernt.

Während sie auf der Bank mit Blickrichtung ins Tal Platz nahmen und die Sonne genossen, schauten sie den Segelfliegern zu, die ihre Sportgeräte fertig machten, um sich dann elegant in die Lüfte zu erheben. „Guck’ Dir den Typen da drüben mal an!“….“Nicht schlecht, nicht schlecht.“…Sie überlegten kurz, einen engeren Kontakt zu dem wirklich gutaussehenden Piloten zu knüpfen, indem sie einfach mal einen Rundflug buchten…wie gesagt, sie überlegten nur kurz, dann fielen ihnen glücklicherweise genügend Argumente ein, die dagegen sprachen, und so erfreuten sie sich daran, weiter auf der Bank zu sitzen, den Segelfliegern zuzuschauen und zu träumen…

3. Juni 2005, Abzweig zum Gipfel der Wasserkuppe

„Das gibt `nen Anschiss wenn wir oben sind, das sag’ ich Dir! Sowas geht einfach nicht. Wenn es heißt, wir fahren zusammen, dann fahren wir auch zusammen. Und oben wird gewartet!“ Guido war auf 180. Er, Wolfgang W. und Sonja bildeten, seit der Anstieg zur Wasserkuppe begonnen hatte, das Gruppetto. Dies hatte auch eine ganze Zeit lang kein Problem dargestellt. Nun kamen sie aber an einen Abzweig, der nach links zum Gipfel der Wasserkuppe führte. „Es hat aber geheißen, dass wir anders fahren, irgendwie unten rum“…also fuhren sie an dem Abzweig vorbei und freuten sich als sie sahen, dass der Anstieg vorbei war und es jetzt wieder auf einer waldeingesäumten Straße bergab ging. Mit der Abfahrt und der nachlassenden Anstrengung kam allerdings auch wieder etwas Klarheit in ihr umnebeltes Hirn, so dass sie, bevor sie die komplette Abfahrt zurückgelegt hatten, doch noch einmal anhielten und beratschlagten, ob das wohl wirklich der richtige Weg war. Offensichtlich nicht, und so drehten sie notgedrungen um, und machten sich erneut an den Aufstieg zum Gipfel…

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3. Juni 2005, Gipfel der Wasserkuppe

Alle Orientler, aber auch die zufällig anwesenden anderen Zuhörer schauten sich betreten an. Guido hatte gerade Karl eine ordentliche „Wort“-Abreibung verpasst. Karl – sonst um keine Antwort verlegen – war wirklich betroffen, und entschuldigte sich mehrmals bei Guido. Erst die Ankündigung einer Runde Bier für den Abend dämpfte Guido’s Zorn – beim Fotoshooting mit in die USA ausgewanderten deutschen Touristen war Guido aber schon wieder bester Laune.

Karl beim Abendessen: „So einen Anschiss habe ich das letzte Mal vor 40 Jahren von meinem Vater bekommen“.

„Ist das nicht schön hier?“…“Ja, sensationell. Und das in Deutschland, und gar nicht so weit weg von daheim“. Der Anstieg zum Rhön-Höhenweg war geschafft, und sie genossen die kilometerlange Fahrt auf der Höhe mit einem fantastischen Blick in die Ebene. Nach den kräftezehrenden Kilometern am Vormittag rollte der Orient-Express endlich wieder.

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Jetzt ging es erst mal nur eben, und dann noch die Abfahrt nach Fladungen, wo das Mittagessen stattfinden sollte.

Sie saßen im Biergarten und genossen ihr kühles Getränk und das mehr oder weniger leichte Mittagessen…nur Volker brauchte ein bisschen länger, weil er vorher noch die Wäsche aufzuhängen musste…

3. Juni 2005, am Kreuzberg

So schön Pausen ja auch waren…die ersten Kilometer danach taten richtig weh. Zumal Petrus entschieden hatte, die Orientler mit der Sonne zu bedenken, die sie die ganzen Wochen und Monate vorher vermisst hatten.

Noch eine Rechtskurve, und das letzte Highlight des Tages stand auf dem Programm: der Kreuzberg…während Hans-Günther, Joachim, Andreas und die anderen Jungs auf und davon waren, bildete Sonja mal wieder das Gruppetto, dieses mal mit den Wolfgangs. Gemeinerweise kamen sie auf dem Weg zum Gipfel an der Abzweigung vorbei, die nach Bad Brückenau ging…vor ihnen baute sich beeindruckend die letzte Rampe auf. „Ich fahre da nicht mehr rauf, ich will schließlich morgen auch noch mitfahren“…Wolfgang W.’s Moral war am Ende. Sonja und Wolfgang T. schauten sich an und dachten wohl im gleichen Moment, dass sie doch schon ganz andere Dinge im Leben geschafft hatten (die Quälerei auf dem Rad bringt einem ja manchmal einen ganz klaren Blick auf das Wesentliche…). Also verabschiedeten sie sich, und während Wolfgang W. gen Bad Brückenau rollte, quälten sich beide die letzte bis zu 16%-ige Steigung bergauf (Bemerkung von Wolfgang T: Sonja hat mich versägt!). Oben angekommen, wurden sie mit herzlichem Hallo von dem Rest der Gruppe begrüßt, die schon einige Zeit vor ihnen angekommen waren und bereits das im dortigen Kloster selbstgebraute Dunkle genossen.
Am Kloster: Hoch die Tassen…..

rhoen13rhoen14rhoen16 3. Juni 2005, Fazit des Tages

Andreas war froh, dass die Nacht zu Ende war. Er teilte sich das Zimmer mit Harald und Volker…dass Volker geschnarcht hatte, war für ihn nicht ungewöhnlich, aber er hatte den Abend vorher auch etwas für seinen Eiweiß-Haushalt getan und einen großen Teller Erbsensuppe gegessen. Die hatte er sich aber auch redlich verdient, war er es doch, der sich immer wieder die Berge ein Stück hinunterrollen ließ, um sich immer wieder nach dem Befinden der „Nachhut“ zu fragen !

Für heute war vom Orga-Team die Königsetappe angekündigt (wobei sich manch einer fragte, was an der gestrigen Tour nicht königlich gewesen war). Alle hatten sich über Nacht gut erholt und waren guter Dinge, dass es ein schöner Tag werden würde. Ulla war im Laufe des gestrigen Abends zu ihnen gestoßen, und so waren sie nunmehr 12 Fahrer/innen, die in ihren gelb-blauen Orient-Trikots Aufsehen erregten.

Karl war motiviert, dem Rest der Gruppe eine landschaftlich schöne und wenig befahrene Strecke zu bieten; dass sie dafür eine mehrere Kilometer lange Extraschleife durch den Wald fuhren, die sie schließlich wieder an ihren Ausgangspunkt brachte, konnte ihre gute Laune nicht erschüttern. Schließlich hatten sie so die Gelegenheit, noch mal dem Ruf der Wildnis zu folgen und die Bio-Örtchen aufzusuchen…

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Die Karl-Gedächtnisrunde

Auf dem Weg zum Main zeigte der Orient-Express, was er richtig gut konnte: geordnet Dampf machen…mit den unermüdlichen Lokomotiven Karl und Volker, die geschätzte 80% der Tagesgesamtkilometer im Wind fuhren…

4 Juni 2005, irgendwo auf dem Weg zum Main

„Wie weit ist es denn noch Karl?“ Harald schaute auf seinen Tacho. 100 km…so langsam machten sich die Kilo- und Höhenmeter der vergangenen Tage bemerkbar. „Na, die Hälfte werden wir haben“…

Kilometer 120: „Ich hab’ jetzt echt Hunger“. Ulla war sauer; nicht genug damit, dass – quasi diskussionslos – die Bildung einer 2. Gruppe, die eine kürzere Strecke fahren sollte, nicht stattgefunden hatte, nein, jetzt zog sich auch noch das Mittagessen so lange hinaus. Bei normalen Ausfahrten war man schließlich nach 120 Kilometern wieder daheim!

„Jetzt geht’s erst mal nur noch bergab das Hafenlohr herunter, und dann machen wir eine Pause“.

4. Juni 2005, Hafenlohr

Das Hafenlohr war eine ca. 15 Kilometer lange, wunderschöne sanfte Abfahrt, die links und rechts von Bäumen gesäumt, abseits der großen Straßen, hinunter zum Main führte.

Andreas war der Erste, der antrat. Sonja witterte ihre Chance: wenn sie jetzt nicht dran blieb, hatte sie verloren. Also klemmte sie sich an Andreas’ Hinterrad. Es dauerte nicht lange, da rasten die beiden üblichen Verdächtigen, wenn es um rasante Abfahrten ging, an ihnen vorbei:

Joachim und Wolfgang T. …natürlich. So sausten sie im Viererzug bergab und wurden schließlich erst unten, nachdem sie etwas Druck herausgenommen hatten, zunächst von Harald und dann dem Rest der Gruppe eingeholt.

4. Juni 2005, nach dem Hafenlohr, auf dem Weg zum Main

Tacho: 130 km und endlich – eine Gaststätte…und dann auch noch ein Schild, das durchgehend warme Küche versprach. Wie sich schnell herausstellte, war dieses leider das Sonntags-Schild („das andere ist umgefallen, und wir mussten ja was rausstellen…). Die Köchin des Hauses erklärte sich – angesichts der ausgezehrten Gesichter und ausgemergelten Körper – bereit, noch mal den Ofen anzuheizen. Spätzle mit Soße…wenn das nichts war! Die überaus freundliche Bedienung (männlich!) hatte sich wohl schon auf ein frühes Ende der Schicht gefreut….das Leben kann manchmal so hart sein….

4. Juni 2005, auf dem Weg nach Lohr

Der vielgepriesene Orient-Express glich eher einem Geisterzug. Das Mittagessen hatte ihnen nicht – wie erhofft – sofort ihre Kräfte wieder gegeben sondern im Gegenteil erst mal alles, was noch ging, in Richtung Verdauungstrakt geschafft.

Karl und Volker kurbelten gegen den Wind, dahinter folgte die schweigende Gruppe, jeder mit sich selbst beschäftigt.

4. Juni 2005, Lohr

„Leute, wir trinken jetzt erst mal einen Kaffee“. Sie waren seit dem Mittagessen noch nicht wirklich weit gekommen, aber die Ankündigung eines Kaffees ließ alle wieder gerne vom Rad steigen. Dazu ein Stück Apfel- oder Käsekuchen…das Leben kann so schön sein…

4. Juni 2005, durch das Sinntal nach Bad Brückenau

„Was ein Kaffee so alles bewirkt“. – „Stimmt. Jetzt geht’s wieder prima“.

Zusammen mit dem Kaffee und dem Kuchen hatten die Spätzle dann doch noch ihre Wirkung gezeigt. Sie rollten über gut ausgebaute Feldwege durch das Sinntal und genossen die Landschaft. Und es gab sie doch, die Ebenen und den Rückenwind!

Außerdem hatten sie alle gemeinsam ihr Tief überwunden, und kamen flott voran. Selbst die Wellen auf den letzten Kilometer nach Bad Brückenau drückten alle auf dem großen Blatt und ohne zu murren weg.

…und nach 189 Kilometern kam es dann tatsächlich noch zu einem Ortsschildsprint…Andreas zog an, zu früh, wie sich herausstellte…Joachim ging mit, aber dann flog unwiederstehlich Hans-Günther an ihm vorbei und gewann somit die Sprint-Wertung des Tages.

„Als ich gesehen habe, dass die noch für einen Ortsschildsprint anziehen, habe ich mir geschworen, dass ich mit denen nie mehr unter 190 Kilometer fahre“ (Zitat Karl)

4. Juni 2005, Fazit des Tages

Gefahrene Kilometer: 190 km, Gefahrene Höhenmeter: 1100 hm

5. Juni 2005, „Ausklang“

Der letzte Tag….abgesehen von Guido war niemand so wirklich motiviert, nach den ergangenen Tagen noch einmal „einen rauszuhauen“. Dazu kam, dass es über Nacht spürbar kälter geworden war. Fast konnte man eine gewisse Erleichterung spüren (außer bei Guido) als die ersten Tropfen vom grauverhangenen Himmel fielen…Karl als Organisator traf dann schließlich die Entscheidung, dass nicht mehr gefahren wurde. Alternativ-Programm: Umziehen, Einpacken und noch mal auf den Kreuzberg (mit den Autos). Kaum zu glauben, aber die Gruppe war durchaus in der Lage, sich anders als auf zwei Rädern fortzubewegen! Dem einen fiel dies leichter, der anderen eher schwerer (gell, Bärbel?) aber alles in allem war es ein sehr schöner Ausklang eines wieder mal wirklich gelungenen Orient-Ausflugs.

Leichter Spaziergang am letzten Tag

Fazit:

Noch mal einen Riesendank an Bärbel, Karl und Andreas für die perfekte Organisation und ein besonderes Kompliment an Karl, der die ganze Zeit mit einem kaputten Rücken gefahren ist!!! Dann die Fotos: von Hans-Günther mal wieder meisterlich fotografiert, zum Teil beim Fahren „aus der Hüfte“

Außerdem hat es in der ganzen Zeit keine Plattfüße, keine Pannen und vor allem keine Stürze gegeben…und überhaupt. Es waren schöne Tage mit tollen Radlern.

…und das aus der Rhön exportierte Kreuzberg-Bier hat nach dem Mountainbike-Marathon in Kiedrich 2 Wochen später so richtig geschmeckt…

Ach ja, und jetzt noch die Fakten:

1) Die Teilnehmer:

Joachim Bolk
Bärbel und Carl Mohn
Hilde und Hans-Günther Wollstadt
Hilde und Guido Mager
Andreas Nau
Harald
Volker Oehl
Wolfgang Weber
Ulla und Jimi Braun
Sonja und Wolfgang (Savoldelli) Törnig

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